|
Ich glaube so Dinge wie Raubbau, Missachtung der Natur etc. gab es schon immer. Ob der Jäger und Sammler nun eine Tierart zu exzessiv jagte und damit für deren Aussterben sorgte oder der mittelalterliche König für sein Heer die Erzvorkommen ausbeutet. Und ich glaube auch nicht, dass der antike oder mittelalterliche Stadtmensch viel von Wald und Flur hielt. Im Gegenteil, heutige Städte werden grün angelegt, überall stehen Bäume, Parks und Grünanlagen sind wichtig, niemand fühlt sich in einer Betonwüste wohl. In der Antike und im Mittelalter wurden die Städte auf engstem Raum erbaut, vorwiegend aus Gründen der Verteidigung, da war gar kein Platz für Grün. Man darf also behaupten, der Stadtmensch von heute ist der Natur näher als der Stadtmensch vergangener Zeiten. Ein viel größeres Problem ist, denke ich, die enorm hohe Bevölkerungszahl. Resultierend aus dem technischen, medizinischen und industriellem Fortschritt konnte die Weltbevölkerung einen enormen Sprung nach oben machen. Daraus folgt, es werden mehr Ressourcen benötigt und durch die Technik und Industrie ist es möglich mehr in wesentlich kürzerer Zeit der Erde zu entreissen, als es bspw. noch vor 1000 Jahren möglich war. Die ebenfalls damit einhergehende Belastung der Umwelt ist meiner Meinung nach extrem hoch. Das war früher anders. Nicht unbedingt besser, aber aufgrund der Umstände weniger. Ich sehe das ähnlich wie mit Krankheitserregern, wir Menschen sind der Welt eine Krankheit, aber solange wir wenige sind und nur wenig Schaden anrichten, ist das kein Problem. Werden wir aber zu viele und die Welt fängt an krank zu werden, dann nehmen wir uns selbst die Lebensgrundlage... Ich möchte also sagen, der Welt ging es auf jedenfall besser.
Nun auf den Mensch bezogen, ich möchte auf viele moderne Errungenschaften nicht verzichten wollen. Ich liebe mein Motorrad, ich könnte nicht auf das Internet als Kommunikationsmittel, durch das ich viele Leute in kürzester zeit überall erreichen kann, verzichten. Auf moderne Medizin würde ich ebenso wenig verzichten wollen. Aber was Tatsache ist, früher hatte der Mensch wirklich mehr Respekt vor seiner Umwelt. Der Jäger z.b.: wusste was es für eine Mühe machte ein Stück Fleisch auf den Teller zu bringen, der Bauer wusste was für eine Arbeit es ist Korn für Brot zu pflanzen und zu ernten. Das fehlt uns heute. Wir lernen schon als kleine Kinder, dass wir einfach nur in den Supermarkt gehen müssen. Was mich auch stört ist diese Hektik, alles muss schnell schnell gehen. Jede Woche kommt irgendwas neues auf den Markt, irgendeine technische Innovation. Im Supermarkt wird die Ware über den Scanner gezogen, es wird einem keine Zeit gelassen, seine Sachen einzupacken, da heisst es schon "Zahlen bitte...", das ist auch oft das einzige was gesagt wird. Viele sagen noch nicht mal mehr auf Wiedersehen, schönen Tag noch. Verkäufer genauso wenig wie Kunden. Oder man steht mal 5 Sekunden zu lang an einer grünen Ampel, dann wird gleich gehupt. Das kannten die Menschen früher nicht. Die erste Eisenbahn mit 30km/h war für die so schnell, dass manche von dieser "irren Geschwindigkeit" krank wurden. Wenn man irgendwo hin wollte, dann hat man Zeit eingeplant, die Menschen hatten nicht mehr Zeit damals als wir, aber sie sind lockerer mit umgegangen, das fehlt heute leider. Auch sind manche Umgangsformen verloren gegangen. Familie hat nicht mehr so einen hohen Stellenwert wie früher.
Ja, das Leben war hart, aber ich glaube, es war besser. Lieber ein hartes und glückliches Leben, als ein Leben, das einfach ist, dafür aber hektisch und unglücklich verläuft.
|